Ein Unternehmen aus Istanbul (TR→DE) hat ein Frachtangebot angefordert
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Das Verständnis der internationalen Handelsklauseln (Incoterms) ist für jeden Import oder Export von entscheidender Bedeutung. Dieser Leitfaden der ICC definiert Kosten, Risiken und Verantwortlichkeiten.
Incoterms (International Commercial Terms) der Internationalen Handelskammer (ICC) sind das rechtliche Rückgrat des globalen Handels. Sie klären eindeutig die drei wichtigsten Punkte jeder internationalen Transaktion: Risikoübergang, Kostenverteilung und organisatorische Verpflichtungen. Ohne den richtigen Incoterm im Kaufvertrag sind Sie dem Risiko unkalkulierbarer Strafen, verlorener Ladung und Zollblockaden ausgesetzt. In diesem Leitfaden erfahren Sie, welcher der 11 Incoterms (z.B. EXW, FOB, CIF, DDP) für Ihre Transportart (Seefracht, Luftfracht oder Multimodal) am besten geeignet ist.
Maximale Käuferverantwortung. Der Verkäufer stellt die Ware lediglich auf seinem Gelände bereit. Der Käufer übernimmt Verladung, Exportabfertigung und alle Transportrisiken.
Der Verkäufer liefert die für den Export freigemachte Ware an den vom Käufer benannten Frachtführer. Das Risiko geht mit der Übergabe über.
Der Verkäufer zahlt die Frachtkosten bis zum Bestimmungsort. Das Gefahrenrisiko geht jedoch bereits bei Übergabe an den ersten Frachtführer auf den Käufer über.
Wie CPT, jedoch muss der Verkäufer zusätzlich eine umfassende Transportversicherung ('All Risk') für die Ware abschließen.
Der Verkäufer liefert die Ware entladebereit auf dem ankommenden Transportmittel am Bestimmungsort. Alle Risiken und Kosten (außer Einfuhrzölle) trägt der Verkäufer.
Der Verkäufer trägt Kosten und Risiko (einschließlich der Entladung) bis zur Bereitstellung der entladenen Ware am Bestimmungsort.
Maximale Verkäuferverantwortung. Der Verkäufer trägt alle Kosten und Risiken bis zum Bestimmungsort, einschließlich Einfuhrabfertigung und Steuern.
Der Verkäufer liefert, wenn die Ware am benannten Verschiffungshafen längsseits des vom Käufer benannten Schiffs platziert ist.
Der Verkäufer liefert die Ware an Bord des vom Käufer benannten Schiffs. Das Risiko geht nach der Verladung auf den Käufer über.
Der Verkäufer zahlt Frachtkosten bis zum Bestimmungshafen, aber das Risiko geht auf den Käufer über, sobald die Ware an Bord geladen ist.
Gleich wie CFR, jedoch muss der Verkäufer zusätzlich eine Mindestversicherung gegen Verlust- oder Beschädigungsrisiken abschließen.
Eine unklare Formulierung im Vertrag führt fast immer zu Streitigkeiten. Wenn Sie lediglich "Lieferung nach Hamburg" vereinbaren, bleibt ungeklärt, wer den Zoll am Hafen bezahlt, wer bei einem Schiffsbrand haftet und wer die Entladung des LKWs übernimmt. Mit einem präzisen Incoterm wie 'DAP Hamburg' wird genau definiert, dass der Verkäufer das Transportrisiko bis zum benannten Ort trägt, jedoch der Käufer für die Importverzollung aufkommen muss. Incoterms verhindern Konflikte in der Lieferkette rechtssicher.
Die Wahl des Incoterms hängt von Ihren Ressourcen ab. Als unerfahrener Importeur raten Experten zu DAP oder DDP, da der Verkäufer fast alle Risiken und Kosten trägt. Erfahrene Importeure bevorzugen jedoch FCA oder FOB, da sie so die Kontrolle über die Frachtkosten behalten und eigene, günstigere Spediteure einsetzen können. Wenn Sie Container (Seefracht) verschiffen, sollten Sie CIF vermeiden und stattdessen CIP wählen, da CIF rechtlich nur für konventionelles Stückgut und Schüttgut vorgesehen ist.
Ein häufiger Anfängerfehler ist die Annahme, dass Kosten und Risiko immer am selben Ort wechseln. Das ist falsch! Bei den sogenannten 'C-Terms' (CPT, CIP, CFR, CIF) bezahlt der Verkäufer zwar die Transportkosten bis zum Bestimmungsland, das Risiko für den Verlust der Ware geht jedoch bereits beim Verladen am Ursprungsort auf den Käufer über. Aus diesem Grund ist bei CIP und CIF eine zwingende Transportversicherung vorgeschrieben.
| Incoterm | Transportart | Wer zahlt die Fracht? | Risikotransfer | Exportzoll | Importzoll |
|---|---|---|---|---|---|
| EXW | Alle Transporte | Käufer | Am Werk des Verkäufers | Käufer | Käufer |
| FCA | Alle Transporte | Käufer | Bei Übergabe an den Spediteur | Verkäufer | Käufer |
| FOB | Nur See-/Binnen | Käufer | Wenn Ware an Bord des Schiffes ist | Verkäufer | Käufer |
| CIP | Alle Transporte | Verkäufer | Bei erstem Frachtführer | Verkäufer | Käufer |
| DDP | Alle Transporte | Verkäufer | Am endgültigen Zielort | Verkäufer | Verkäufer |
Nein, Incoterms regeln lediglich Lieferung, Risiko und Kosten. Sie regeln weder den Eigentumsübergang noch die Zahlungsbedingungen oder höhere Gewalt.
DDP (Delivered Duty Paid) ist am sichersten, da der Verkäufer alle Transportkosten, Verlustrisiken und sogar Zölle im Importland übernimmt.
EXW verlangt vom Käufer, die Exportverzollung im fremden Land des Verkäufers durchzuführen. Dies ist rechtlich oft unmöglich. FCA ist die bevorzugte Alternative.